AxelF's Sicht auf die Dinge

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3. Urlaubstag - Sonntag, 16.09.2012
Der begann mit einer Panne. Ich hatte vergessen, mein iPhone auf die veränderte Zeit umzustellen und damit weckte uns dieses eine Stunde zu früh. Wir schliefen aber noch mal ein. Nein, nicht um 7 Uhr raus, sondern schon Abfahrt. Also am fünf Uhr raus, um 06:00 Uhr frühstücken und dann Abfahrt zur Rundfahrt. Der Bus ist voll. Vielleicht ist es jetzt gerade gut, etwas zur Sicherheit zu sagen. Eigentlich war Tunesien in der letzten Zeit eher friedlich. Jetzt hat ein wohl christlich fundamentalistischer Idiot in Amerika einen islamfeindlichen Film im Internet veröffentlicht, was zu Ausschreitungen nahezu überall in der islamischen Welt geführt hat. Auch in Tunis gab es Proteste. Ich habe noch kurz vor dem Abflug auf der Seite des auswärtigen Amtes geschaut, aber Tunesien war unter den Reisewarnungen nicht mal erwähnt. Unser Reiseleiter verlor dazu auch ein paar Worte, siehe unten.
Eben, im Bus referierte der Reiseleiter dann zuerst einmal über Land und Leute. Tunesien ist in 24 Gouvernements unterteilt. Kennzeichnend sind u.a. die Olivenplantagen, es gibt mehr als 60 Mio Olivenbäume, die ursprünglich aus Indien importiert wurden. Tunesien ist ein islamisches Land. Der Islam hat 5 Säulen: Glaube an einen Gott und die Propheten 5 mal am Tag gen Mekka beten Ramadan (Fastenmonat) einhalten Spenden (für die Armen oder den Islam) Hadsch (nur wer gesundheitlich und finanziell kann) Auf der Fahrt sehen wir überall muslimische Friedhöfe mit ihren weissen Gräbern. Die Toten werden gewaschen, in weiße Tücher gehüllt und in der Regel innerhalb eines Tages mit dem Gesicht nach Mekka begraben. Die Gräber sind entsprechend ausgerichtet. Die größte Stadt ist Tunis, die Hauptstadt ganz im Norden. Siebtengrößte Stadt ist Kairouan, unsere erste Station aus unserer Rundreise. Kairouan war einmal ein muslimisches Zentrum mit einer bedeutenden Moschee, ist heute aber keine reine Stadt im Sinne des Islam mehr. Voraussetzung dafür wären: keine Kneipen, Discotheken, Alkohol, Casinos etc. Das ist aber alles in Kairouan heute als Stadt auch für Touristik vorhanden. Die Gegenden um Sousse und Port el Kartaoui sind reiche Gebiete.
Es gibt vor allen im Süden von Tunesien Salzseen, die im Sommer austrocknen und dann in der Regenzeit wieder volllaufen. Siehe unten. Die politische Lage ist eher ruhig im Vergleich zu anderen arabischen Ländern. Die Wehrpflicht beträgt 1 Jahr mit ca. 20 Jahren. Es gibt 19% Arbeitslosigkeit. Die Jugendlichen gehen in die Städte im Norden, ihnen ist der Süden zu arm und traditionalistisch. Der vorherige, aber verjagte Präsident Ben Ali hat alles ausgeraubt und mitgehen lassen. Der Tourismus ist zwar zurück, aber noch nicht wieder in dem Umfang wie vor der Revolution. Investitionen kommen langsam. Die neue Regierung ist muslimisch, aber nicht fundamentalistisch. Es gibt keine Vorschriften für die Zivilgesellschaft. Der erste Präsident Bourghiba hatte die Gleichberechtigung gebracht. Frauen können alles tun. Im Norden gibt es kaum mehr Verschleierung (kann ich aber nicht bestätigen, ch sehe hier viele Frauen mit Kopftuch). Eine Wüstenfuchs Figur steht öfter am Wegesrand, ist Symbol für Umweltschutz.
Nach der Revolution hat jeder seinen Müll in die Landschaft gefeuert, jetzt nehmen sich die Bürgermeister der Sache an und versuchen, der allgegenwärtigen Umweltverschmutzung zu Leibe zu rücken. Die ist wirklich schlimm. Keine Hecke ohne hübsche Plastiktüten Verzierung. Kein Feld ohne ein Meer von Plastikflaschen. Es ist wirklich unglaublich. Da muss was getan werden, denn das ist für mitteleuropäische Augen ein Graus.
Besichtigung der Zisternen von Kairouan siehe pdf
Die Zisternen haben kein Trinkwasser mehr, nur noch Regenwasser. Kairouan wird heute durch Grundwasser versorgt. Besichtigung der großen Moschee von Kairouan. Das ist ein altes muslimisches Monument. Die Moschee ist wirklich riesig. Hier können sicher ein paar tausend Gläubige beten. siehe pdf Besichtigung Mausoleum Dort ist ein Freund von Mohamed begraben, damit ist das praktisch ein Wallfahrtsort, dem ähnlich heilende Wirkung zugesprochen wird wie bei uns Lourdes. Siehe PDF
Fahrt durch Kairouan Dort leben noch Halbnomaden, die zur Olivenernte aus dem Süden kommen und ihre Familien dort lassen. Neben den entwickelten Teilen gibt es natürlich auch Slums am Rand. Die dürfen nicht verwechselt werden mit den allgegenwärtigen Bauruinen, die aber dadurch entstehen, dass die Leute erst weiter bauen können, wenn sie wieder Geld haben. Am Straßenrand der Ausfallstraßen wird Benzin schwarz verkauft aus Lybien. Das ist überall in Tunesien zu sehen. Eukalyptus, Mandeln, Pistazien, Feigen, Datteln wachsen auf den Feldern im Norden, hier ist noch keine Wüste. Allerdings ist 1/3 des Gebiets von Tunesien Wüste.
2 % der Bevölkerung sind echte Berber. Die größten Probleme Tunesiens sind: Zersiedelung (es wird oft mitten in der Gegend gebaut, dadurchnist aber die Infrastruktur extrem schwer zu schaffen) Wasser, vor allem Trinkwasser Schulen Gleiches Schulsystem wie Frankreich, aber Schulen sind häufig weit von den Wohnorten entfernt. Im Restaurant Orbata in Gafsa direkt neben dem Hotel Gafsa Palace zu Mittag gegessen, es gab Salat, Reis, Huhn, Gemüse und Melone als Nachtisch. Gafsa ist die Wiege der kultur von Tunesien. Es gibt südlich der Stadt Phosphatminen. Gafsa ist das Tor und damit der Übergang zum Süden Tunesiens. Es gibt 4 Arten von Wüsten und 3 Typen von Oasen in Tunesien. In den Oasen wachsen vor allem Datteln auf Palmen. Es gibt über 70 verschiedene Sorten von Datteln. Datteln wachsen an Palmen ab etwa deren 4. Lebensjahr bis zu 200 Jahre. Palmen werden komplett verarbeitet, auch Holz und Blätter. Bewässerungssystem in den Oasen ist neu, Grundwasser ist bis auf 130 Meter abgesunken.
Mittags gegen 16:00 Uhr sind wir in unserer neuen Zwischenstation, Tozeur angekommen. Dort haben Dorothea und ich zuerst einmal einen Kaffee getrunken. Auf der Rundreise haben wir Vollpension und müssen die Getränke selber bezahlen. Nach dem Kaffee haben wir das Hotel erkundet. Es hat schöne grosse Zimmer und auch einen großen Pool. Dort gingen wir dann auch als nächstes hin und schwammen ordentlich. Das Wetter übrigens ist genial. Es herrscht strahlender Sonnenschein, die Temperaturen sind schon heiß, aber nicht zu heiß. Man kann sich also durchaus auch in der Sonne aufhalten. Tozeur ist eine sehr alte Stadt und wohl so etwas wir die Hauptstadt hier im Südwesten. Es liegt an einer Oase und hat den zweitgrößten internationalen Flughafen Tunesiens nach Tunis. Es orientiert sich schon sehr an Afrika und weniger am Mittelmeerraum. Ringsum ist Sahel und damit Wüste. Hier direkt ist alles grün und voller Palmen mit Datteln. Morgen werden wir uns Tozeur und die Oase näher anschauen, ich bin sehr gespannt! Abendessen im el Mouradi 16.09.2012 19:24 Ja, da gibt es eigentlich wie üblich nicht viel dazu zu sagen außer: großartig! Buffet, Salate, verschiedene Beilagen, mehrere Sorten Fleisch. Dazu frisch zubereitete Pizza. Wir haben mehr als eine Stunde gemütlich gegessen. Dabei haben wir neben einem netten Paar aus Ingolstadt gesessen und uns unterhalten. Ich habe eine kleine Flasche Wein zum Essen getrunken, einen Weißen von hier. Er schmeckte sehr lecker und passte sehr gut zum Essen, das ja klar vor allem aus hellem Fleisch, nämlich Geflügel bestand. Das el Mouradi hier macht einen insgesamt wie ich finde besseren Eindruck als das in Port al Kantaoni. Es ist sehr sauber und ordentlich geführt. 
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3. Urlaubstag - Sonntag, 16.09.2012

Der begann mit einer Panne. Ich hatte vergessen, mein iPhone auf die veränderte Zeit umzustellen und damit weckte uns dieses eine Stunde zu früh. Wir schliefen aber noch mal ein. Nein, nicht um 7 Uhr raus, sondern schon Abfahrt. Also am fünf Uhr raus, um 06:00 Uhr frühstücken und dann Abfahrt zur Rundfahrt. Der Bus ist voll. Vielleicht ist es jetzt gerade gut, etwas zur Sicherheit zu sagen. Eigentlich war Tunesien in der letzten Zeit eher friedlich. Jetzt hat ein wohl christlich fundamentalistischer Idiot in Amerika einen islamfeindlichen Film im Internet veröffentlicht, was zu Ausschreitungen nahezu überall in der islamischen Welt geführt hat. Auch in Tunis gab es Proteste. Ich habe noch kurz vor dem Abflug auf der Seite des auswärtigen Amtes geschaut, aber Tunesien war unter den Reisewarnungen nicht mal erwähnt. Unser Reiseleiter verlor dazu auch ein paar Worte, siehe unten.

Eben, im Bus referierte der Reiseleiter dann zuerst einmal über Land und Leute. Tunesien ist in 24 Gouvernements unterteilt. Kennzeichnend sind u.a. die Olivenplantagen, es gibt mehr als 60 Mio Olivenbäume, die ursprünglich aus Indien importiert wurden. Tunesien ist ein islamisches Land. Der Islam hat 5 Säulen: Glaube an einen Gott und die Propheten 5 mal am Tag gen Mekka beten Ramadan (Fastenmonat) einhalten Spenden (für die Armen oder den Islam) Hadsch (nur wer gesundheitlich und finanziell kann) Auf der Fahrt sehen wir überall muslimische Friedhöfe mit ihren weissen Gräbern. Die Toten werden gewaschen, in weiße Tücher gehüllt und in der Regel innerhalb eines Tages mit dem Gesicht nach Mekka begraben. Die Gräber sind entsprechend ausgerichtet. Die größte Stadt ist Tunis, die Hauptstadt ganz im Norden. Siebtengrößte Stadt ist Kairouan, unsere erste Station aus unserer Rundreise. Kairouan war einmal ein muslimisches Zentrum mit einer bedeutenden Moschee, ist heute aber keine reine Stadt im Sinne des Islam mehr. Voraussetzung dafür wären: keine Kneipen, Discotheken, Alkohol, Casinos etc. Das ist aber alles in Kairouan heute als Stadt auch für Touristik vorhanden. Die Gegenden um Sousse und Port el Kartaoui sind reiche Gebiete.

Es gibt vor allen im Süden von Tunesien Salzseen, die im Sommer austrocknen und dann in der Regenzeit wieder volllaufen. Siehe unten. Die politische Lage ist eher ruhig im Vergleich zu anderen arabischen Ländern. Die Wehrpflicht beträgt 1 Jahr mit ca. 20 Jahren. Es gibt 19% Arbeitslosigkeit. Die Jugendlichen gehen in die Städte im Norden, ihnen ist der Süden zu arm und traditionalistisch. Der vorherige, aber verjagte Präsident Ben Ali hat alles ausgeraubt und mitgehen lassen. Der Tourismus ist zwar zurück, aber noch nicht wieder in dem Umfang wie vor der Revolution. Investitionen kommen langsam. Die neue Regierung ist muslimisch, aber nicht fundamentalistisch. Es gibt keine Vorschriften für die Zivilgesellschaft. Der erste Präsident Bourghiba hatte die Gleichberechtigung gebracht. Frauen können alles tun. Im Norden gibt es kaum mehr Verschleierung (kann ich aber nicht bestätigen, ch sehe hier viele Frauen mit Kopftuch). Eine Wüstenfuchs Figur steht öfter am Wegesrand, ist Symbol für Umweltschutz.

Nach der Revolution hat jeder seinen Müll in die Landschaft gefeuert, jetzt nehmen sich die Bürgermeister der Sache an und versuchen, der allgegenwärtigen Umweltverschmutzung zu Leibe zu rücken. Die ist wirklich schlimm. Keine Hecke ohne hübsche Plastiktüten Verzierung. Kein Feld ohne ein Meer von Plastikflaschen. Es ist wirklich unglaublich. Da muss was getan werden, denn das ist für mitteleuropäische Augen ein Graus.

Besichtigung der Zisternen von Kairouan siehe pdf

Die Zisternen haben kein Trinkwasser mehr, nur noch Regenwasser. Kairouan wird heute durch Grundwasser versorgt. Besichtigung der großen Moschee von Kairouan. Das ist ein altes muslimisches Monument. Die Moschee ist wirklich riesig. Hier können sicher ein paar tausend Gläubige beten. siehe pdf Besichtigung Mausoleum Dort ist ein Freund von Mohamed begraben, damit ist das praktisch ein Wallfahrtsort, dem ähnlich heilende Wirkung zugesprochen wird wie bei uns Lourdes. Siehe PDF

Fahrt durch Kairouan Dort leben noch Halbnomaden, die zur Olivenernte aus dem Süden kommen und ihre Familien dort lassen. Neben den entwickelten Teilen gibt es natürlich auch Slums am Rand. Die dürfen nicht verwechselt werden mit den allgegenwärtigen Bauruinen, die aber dadurch entstehen, dass die Leute erst weiter bauen können, wenn sie wieder Geld haben. Am Straßenrand der Ausfallstraßen wird Benzin schwarz verkauft aus Lybien. Das ist überall in Tunesien zu sehen. Eukalyptus, Mandeln, Pistazien, Feigen, Datteln wachsen auf den Feldern im Norden, hier ist noch keine Wüste. Allerdings ist 1/3 des Gebiets von Tunesien Wüste.

2 % der Bevölkerung sind echte Berber. Die größten Probleme Tunesiens sind: Zersiedelung (es wird oft mitten in der Gegend gebaut, dadurchnist aber die Infrastruktur extrem schwer zu schaffen) Wasser, vor allem Trinkwasser Schulen Gleiches Schulsystem wie Frankreich, aber Schulen sind häufig weit von den Wohnorten entfernt. Im Restaurant Orbata in Gafsa direkt neben dem Hotel Gafsa Palace zu Mittag gegessen, es gab Salat, Reis, Huhn, Gemüse und Melone als Nachtisch. Gafsa ist die Wiege der kultur von Tunesien. Es gibt südlich der Stadt Phosphatminen. Gafsa ist das Tor und damit der Übergang zum Süden Tunesiens. Es gibt 4 Arten von Wüsten und 3 Typen von Oasen in Tunesien. In den Oasen wachsen vor allem Datteln auf Palmen. Es gibt über 70 verschiedene Sorten von Datteln. Datteln wachsen an Palmen ab etwa deren 4. Lebensjahr bis zu 200 Jahre. Palmen werden komplett verarbeitet, auch Holz und Blätter. Bewässerungssystem in den Oasen ist neu, Grundwasser ist bis auf 130 Meter abgesunken.

Mittags gegen 16:00 Uhr sind wir in unserer neuen Zwischenstation, Tozeur angekommen. Dort haben Dorothea und ich zuerst einmal einen Kaffee getrunken. Auf der Rundreise haben wir Vollpension und müssen die Getränke selber bezahlen. Nach dem Kaffee haben wir das Hotel erkundet. Es hat schöne grosse Zimmer und auch einen großen Pool. Dort gingen wir dann auch als nächstes hin und schwammen ordentlich. Das Wetter übrigens ist genial. Es herrscht strahlender Sonnenschein, die Temperaturen sind schon heiß, aber nicht zu heiß. Man kann sich also durchaus auch in der Sonne aufhalten. Tozeur ist eine sehr alte Stadt und wohl so etwas wir die Hauptstadt hier im Südwesten. Es liegt an einer Oase und hat den zweitgrößten internationalen Flughafen Tunesiens nach Tunis. Es orientiert sich schon sehr an Afrika und weniger am Mittelmeerraum. Ringsum ist Sahel und damit Wüste. Hier direkt ist alles grün und voller Palmen mit Datteln. Morgen werden wir uns Tozeur und die Oase näher anschauen, ich bin sehr gespannt! Abendessen im el Mouradi 16.09.2012 19:24 Ja, da gibt es eigentlich wie üblich nicht viel dazu zu sagen außer: großartig! Buffet, Salate, verschiedene Beilagen, mehrere Sorten Fleisch. Dazu frisch zubereitete Pizza. Wir haben mehr als eine Stunde gemütlich gegessen. Dabei haben wir neben einem netten Paar aus Ingolstadt gesessen und uns unterhalten. Ich habe eine kleine Flasche Wein zum Essen getrunken, einen Weißen von hier. Er schmeckte sehr lecker und passte sehr gut zum Essen, das ja klar vor allem aus hellem Fleisch, nämlich Geflügel bestand. Das el Mouradi hier macht einen insgesamt wie ich finde besseren Eindruck als das in Port al Kantaoni. Es ist sehr sauber und ordentlich geführt. 

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