Kölner Stadtanzeiger 06.10.2012 zur Fitness der Deutschen
Männer sind beim Sitzen spitze
STUDIE Die Deutschen bewegen sich zu wenig und leben insgesamt immer ungesünder
VON MARIE-ANNE SCHLOLAUT
Köln/Berlin. Je höher das Einkommen, desto ausgeglichener sind die Menschen. Mit 3500 Euro Monatseinkommen beginnt die Wohlfühlmarke, die sich bei denen, die 5000 Euro und mehr verdienen, noch deutlich steigert. Damit einher geht meist ein hoher Schulabschluss. Mehr als bescheiden wird die Stimmungslage dagegen, wenn sich das Haushaltsnettoeinkommen auf 1500 Euro und weniger einpendelt, weil dann die täglichen Sorgen fühlbar zunehmen. Das ist eines der Ergebnisse des DKV-Reports “Wie gesund lebt Deutschland?”, der am Freitag in Berlin offiziell vorgestellt wurde. Unter Federführung des Kölner Gesundheitsexperten Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln wurden bundesweit mehr als 3000 Männer und Frauen befragt.
Mit der weiteren Erkenntnis, dass sich die ältere Generation ab 65 im Vergleich zu den Jüngeren deutlich gesünder und vitaler fühlt und es auch ist, und Topverdiener auch Topschläfer sind, haben sich die positiven Aussagen des Reports schon fast erschöpft. Für den Rest der Deutschen gilt: Sie leben noch ungesünder als vor zwei Jahren und werden immer dicker bei einem Anstieg der Übergewichtigen von 44 Prozent für 2010 auf jetzt 46 Prozent. 2010 hatte noch jeder achte Bundesbürger eine gesunde Lebensweise, jetzt nur jeder zehnte.
Der Trend, sich immer weniger zu bewegen, nimmt beängstigend zu. Vor allem die 18- bis 29-Jährigen sind ungekrönte “Sitzkönige” mit pro Tag mindestens fünf Stunden - vor allem Männer. Die schneiden in dieser Altersklasse auch beim Alkohol und Nikotin-Konsum schlecht ab und dürften sich in Berlin und Hamburg wohl- fühlen, wo mit Abstand immer noch am meisten gequalmt wird.